Allgemein Leben Liebe

Vom Mut, sich einfach mal beschissen zu fühlen…

Nelson Mandela hat einmal gesagt: „Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zufallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.“ Das mag ja sein – aber was spricht dagegen, an manchen Tagen einfach ein bisschen liegen zubleiben?

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An den meisten Tagen bin ich ein gnadenloser Optimist. Ich bin gesund, meine Lieben sind es auch und nach jedem Tief kommt auch wieder einmal ein Hoch. Ich bin dankbar für die Dinge die ich habe und jammere nicht über das was mir fehlt und – hey – ich bin echt gut darin, meinen Freunden Motivationssprüche um die Ohren zu hauen. Ich sage so tolle Sachen wie „Betrachte doch mal alles aus einem anderen Blickwinkel“ oder „Du musst sehen, was du alles schon geschafft hast“ und manchmal sogar „Im Nachhinein macht es alles einen Sinn, egal wie mies es sich gerade anfühlt“ und JA ich glaube daran! An alles! Vom Blickwinkel, über das eigene Leben bis hin zum Sinn, den alles ergibt. Ich habe mir schon lang erlaubt zu träumen. Nicht nur die kleinen Träumen, nein, bei mir dürfen es die richtig großen Träume sein. Ich glaube fest daran, dass vieles möglich ist, wenn wir uns nur trauen, es zu versuchen. Am Ende des Regenbogens steht vielleicht nicht der Topf mit dem Gold, aber da steht ein Abenteuer, eine neue Erkenntnis und die tiefe Zufriedenheit zu leben.

Wie gesagt, an den meisten Tagen…

Aber dann gibt es die Tage, an denen die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und dir dieses blöde Gezwitscher scheißegal ist. Du bist heute nicht glücklich, nicht mal ansatzweise positiv gestimmt. Im Prinzip bist du sogar äußerst mies drauf und alles fühlt sich falsch an. Du fragst dich, ob die Dinge sonst auch so beschissen sind und du sie dir nur immer schönredest. Ob du mit Ende 40 nicht längst weiter in deinem Lebensplan sein solltest und ob du unnötig Energie in einen Traum gesteckt hast, der immer nur ein Traum bleiben wird und ganz ehrlich? Du fragst dich auch, ob das jetzt vielleicht schon alles war.

Vielleicht ist dir dieser Gedanke peinlich, weil du es eigentlich besser wissen müsstest und es trotzdem nicht spüren kannst. Dein Unterbewusstsein schreit ganz laut: „Los sei glücklich!!“ Aber verdammt, du bist es nicht. Und weißt du was?

Es ist völlig okay, ab und an mies drauf, unbefriedigt, traurig, sogar undankbar zu sein. Ein bisschen Selbstmitleid und Weltschmerz komplett auszuleben, auch wenn das in unserer Gesellschaft generell nicht erwünscht ist. Wir leben in einer Zeit, in der man selten über Gefühle spricht, weil sie einen fehlerhaft erscheinen lassen. Wir buchen ersatzweise den fünften Yogakurs und trinken literweise sündteuren „Make me Happy“ Tee während wir den x-ten Lebensratgeber lesen. Und wenn das alles nichts bringt, dann machen wir dezent einen Termin mit unserem Psychologen aus. Schließlich kann es doch nicht angehen, dass wir bei unserem perfekten Leben nicht glücklich sind.

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Alles Blödsinn! Du darfst unglücklich sein! Du darfst dich mal hängenlassen und du darfst dich selbst auch mal so richtig bemitleiden. All das darfst und sollst du, wenn du auch gleichzeitig etwas dagegen unternimmst. Du darfst im Leben auch mal scheitern, aber auch nur dann, wenn du aus dem was passiert ist, dein Resümee ziehst. Mein erstes Buch wurden in den ersten beiden Jahren 50 mal verkauft – Na und? Ich wäre auch gern J.K. Rowling und würde aus dem Nichts, auf einer Serviette, Harry-Potter rauszaubern. Und selbst sie wurde abgelehnt weil ihr Roman nicht kommerziell genug wäre. Nicht kommerziell genug? Seht euch das Resultat an. Mehr Kommerz geht kaum.  Oder Stephen King, der nicht mehr war, als ein unbedeutender Aushilfslehrer, der auch nach unzähligen Absagen, einfach weitergeschrieben hat. Ich will einer von denen sein, die scheitern aber trotzdem unermüdlich weitermachen. Und irgendwann kann ich allen Zweiflern gepflegt meinen Mittelfinger zeigen, weil ich Ihnen allen bewiesen habe, dass ich alles schaffen kann.

Such dir Geschichten, die dich motivieren weiterzumachen. Nicht aufzugeben, weiter deinen Träumen nachzujagen und vergiss dabei niemals, dass Glück nichts greifbares ist. Glück ist ein Gefühl. Ein Gefühl, dass manchmal sogar sehr flüchtig ist und nichts damit zu tun hat, wie wir uns tatsächlich gerade fühlen. In jeder noch so dunklen Situation schafft es manchmal eine Kleinigkeit, dir dieses Glücksgefühl in deinen Kopf zu zaubern. Versuch nicht es festzuhalten, genieße es einfach…

Und in den anderen Momenten, in denen es nicht da ist? Gönn dir eine Pause vom inneren Zwang ständig glücklich sein zu müssen. Wir sind Menschen und müssen uns auch mal eine Pause vom Dauergrinsen gönnen. Ich liebe es, auf meiner Couch zu liegen und, unter meiner Decke versteckt, endlose Folgen meiner Lieblingsserien zu sehen. Habt den Mut euch auch mal scheiße zu fühlen. Menschen die ständig dem Glück hinterherlaufen, werden zwangsläufig unglücklich, weil sie das Glück nicht mehr erkennen können. 

Es gehört zum Leben und zu unserer persönlichen Entwicklung mit negativen Gefühlen umgehen zu können. Dies können wir nur lernen, wenn wir die Gefühle zulassen. Zulassen können wir sie dann, wenn wir phasenweise aus der „Don`t worry, be happy“ Vereinigung austreten und uns Zeit geben, mit der jeweiligen Situation klarzukommen. Betrachtet das Leben entspannt. Ihr müsst nicht jeden Tag die Welt retten, manchmal reicht es auch sich ein Glas Rotwein einzuschenken und zufrieden mit sich selbst zu sein. Zufrieden, weil man es geschafft hat, eine schwierige Situation zu meistern und dann stellt sich der Stolz auf sich selbst und das Glücksgefühl ganz von allein ein. 

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß dabei, eure schlechte Laune auch mal kurz zu genießen und dann etwas positives daraus zu entwickeln.

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3 Kommentare

  1. Wertvoll auch diese Seite des Alltags anzusprechen, während wir diese eigentlich nur wegschieben oder ignorieren wollen. Aber die Gegensätze gehören unweigerlich und unzertrennlich zueinander, und das ist gut so. Daraus ergeben sich für uns unzählige Möglichkeiten, denn das Leben ist ja doch nicht nur schwarz und weiß. Es ist Leben und lebenswert. Gut geschrieben, Dein Beitrag – danke für’s Teilen.

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